Werbung für ambulante Pflegedienste

Sie kennen das: Eine Pflegekraft kündigt, gleichzeitig gehen weniger Anfragen ein. Oft steckt dieselbe Ursache dahinter: fehlende Sichtbarkeit.

 

Wer als ambulanter Pflegedienst nicht präsent ist, verliert Klient:innen an Mitbewerber und Pflegekräfte an attraktivere Arbeitgeber. Dieser Ratgeber zeigt, welche Marketingmaßnahmen wirklich funktionieren und welche Sie sich sparen können.

 

 

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Endlich Pflegekräfte finden

 

 

Pflegedienstleiterin in Pflegekleidung sitzt an ihrem Schreibtisch und optimiert das Google Unternehmensprofil ihres ambulanten Pflegedienstes

Auf einen Blick: Marketing-Maßnahmen für ambulante Pflegedienste

  • Google Unternehmensprofil optimieren
  • Bewertungen aktiv einsammeln und beantworten
  • Kostenloses Unternehmensprofil auf Care Rockets anlegen
  • Website für Pflegekräfte und Angehörige klar strukturieren
  • Social-Media-Profile vollständig pflegen
  • Google for Jobs mit Stellenanzeigen nutzen
  • Multiplikatoren vor Ort systematisch ansprechen

Warum lokale Sichtbarkeit heute mehr zählt als früher

Ambulante Pflegedienste werden in zwei Momenten gesucht: wenn Angehörige unter Zeitdruck einen Pflegedienst brauchen, und wenn Pflegekräfte überlegen, ob sie den Arbeitgeber wechseln. Wer in beiden Momenten nicht sichtbar ist, verliert.

 

Bekanntheit aufbauen

Solange Ihre potenziellen Klient:innen nicht gepflegt werden müssen, ist das Interesse am Thema Pflege gering. Die meisten Angehörigen beschäftigen sich erst damit, wenn ein konkreter Anlass entsteht, und dann meistens unter Zeitdruck. In diesem Moment zählt, ob Ihr Pflegedienst bekannt ist und schnell gefunden wird. Bis dahin lautet die Aufgabe: sichtbar bleiben und Vertrauen aufbauen, bevor jemand sucht.

Employer Branding

Die Zahl Pflegebedürftiger steigt rasant. Für die allermeisten ambulanten Pflegedienste ist die Kundengewinnung daher weniger ein Problem. Vielmehr stehen Sie vor der Herausforderung, in einem herausfordernden Arbeitsmarkt Pflegepersonal zu finden. 

 

Wer als Arbeitgeber mit Marketingmaßnahmen die eigene Bekanntheit erhöht und sein Image stärkt, baut damit auch eine attraktive Arbeitgebermarke (eine sogenannte Employer Brand) auf. Das zahlt sich aus: kürzere Recruitingzeiten, niedrigere Kosten, weniger Fluktuation im Team.

 

Anpassung an neue politische Rahmenbedingungen

Politische Rahmenbedingungen wandeln sich. Größere wirtschaftliche Herausforderungen z. B. durch das Tariftreuegesetz (2022) machen es erforderlich, sich – auch über seine Werbe- bzw. Marketingstrategie – Gedanken zu machen, um am Markt Bestand haben zu können.

Klient:innen und Pflegekräfte gewinnen: zwei Ziele, eine Strategie

Wer erfolgreich werben möchte, muss seine Zielgruppe genau kennen. Denn nur, wenn die Ansprache auf deren Bedürfnisse eingeht, kann Werbung gelingen. Im Falle ambulanter Pflegedienste sind es gleich mehrere Gruppen, die mit Werbemaßnahmen erreicht werden wollen.

 

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Klienten und Angehörige

Wenn Pflegebedürftigkeit eintritt, muss es meistens schnell gehen. Angehörige suchen unter Druck, oft abends am Handy, kurz nach einem Arztgespräch oder einer Krankenhausentlassung. In diesem Moment zählt eines: dass Ihr Pflegedienst sofort auffindbar ist und der erste Eindruck Vertrauen schafft.

 

Ältere Klient:innen erreichen Sie gut über Offline-Kanäle wie Flyer im Gemeindeblatt oder in Arztpraxen. Angehörige suchen dagegen fast ausschließlich online. Für beide gilt: Kommunizieren Sie klar, was Sie anbieten, wo Sie tätig sind und wie man Sie erreicht. Wer unter Druck entscheidet, hat keine Geduld für unklare Websites oder fehlende Telefonnummern.

 

Ein unterschätzter Kanal ist die kostenlose Pflegeberatung nach § 7a SGB XI. In diesen Gesprächen, deren Kosten die Pflegekassen übernehmen, können Sie frühzeitig Kontakt zu Familien aufbauen, bevor eine konkrete Entscheidung gefallen ist. Wer hier hilfreich und kompetent auftritt, wird bei der nächsten Anfrage als erstes angerufen.

So sprechen Sie wechselwillige Pflegekräfte an

Pflegefachkräfte haben quasi Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote liegt laut aktuellem Bericht der Bundesagentur für Arbeit bei 1,1 Prozent. Auf 100 offene Stellen für examinierte Pflegefachkräfte kommen rechnerisch nur 57 Arbeitslose (Bundesagentur für Arbeit, Mai 2026). Anders sieht es bei den Pflegehilfskräften aus. Hier gibt es deutlich mehr gemeldete Stellen als arbeitslose Hilfskräfte.

 

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Das bedeutet für Ihr Marketing: Die Pflegefachkräfte, die Sie suchen, sind nicht auf Jobsuche. Sie sind im Job, aber häufig wechselbereit, wenn das richtige Angebot auftaucht. Über Stellenanzeigen in der Zeitung oder auf klassischen Stellenbörsen erreichen Sie sie kaum. Wohl aber über eine sichtbare Online-Präsenz und ein gutes Image als Arbeitgeber in der Region.

 

Bei Pflegehelfer:innen sieht der Markt anders aus. Hier übersteigt die Zahl der Arbeitssuchenden die offenen Stellen deutlich. Klassische Stellenanzeigen auf Jobportalen funktionieren für diese Zielgruppe deshalb besser als für Fachkräfte.

 

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Multiplikatoren als dritte Zielgruppe

Ärzte, Sozialdienste in Krankenhäusern, Apotheken und Tagespflegeeinrichtungen sprechen täglich mit Menschen, die einen ambulanten Pflegedienst brauchen oder wechseln wollen. Wer bei diesen Stellen bekannt und als zuverlässig eingeschätzt wird, bekommt Weiterleitungen, ohne dafür zu werben.

 

Der entscheidende Faktor ist dabei nicht Präsenz, sondern Verlässlichkeit. Sozialdienste in Kliniken etwa empfehlen vor allem die Pflegedienste, die kurzfristig reagieren und den Übernahmeprozess nach einer Krankenhausentlassung schnell und reibungslos abwickeln. Das zählt mehr als jede Visitenkarte.

 

Konkret heißt das: Stellen Sie sich persönlich vor, hinterlassen Sie Informationsmaterial und stellen Sie sicher, dass Sie gut erreichbar sind. Bauen Sie den Kontakt regelmäßig aus und prüfen Sie, welche Stellen tatsächlich Anfragen weiterleiten. Die Investition lohnt sich: Laut einer Analyse der Caritas sollten bis zu 70 Prozent der Marketingaktivitäten auf Multiplikatoren ausgerichtet sein (Caritas).

Das Zusammenspiel der Zielgruppen

Klient:innen, Angehörige, Pflegekräfte und Multiplikatoren: Viele Maßnahmen wirken auf mehrere dieser Gruppen gleichzeitig. Ein gepflegtes Google Unternehmensprofil wird von Angehörigen genauso genutzt wie von wechselwilligen Pflegefachkräften. Ein guter Ruf bei Sozialdiensten strahlt auf Ihre gesamte Außenwirkung ab.

Online-Sichtbarkeit systematisch aufbauen

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige traditionelle und Online-Werbemaßnahmen sowie Vor- und Nachteile für Ihr Marketing vor.

Google Unternehmensprofil

Wenn jemand bei Google nach „Pflegedienst [Stadtname]" sucht, erscheint als erstes eine Karte mit lokalen Anbietern, deren Bewertungen, Öffnungszeiten und Telefonnummer. Wer dort nicht auftaucht oder ein lückenhaftes Profil hat, verliert diese Anfrage.

 

Das Google Unternehmensprofil ist kostenlos und lässt sich vollständig selbst verwalten: Fotos hochladen, auf Rezensionen antworten, Öffnungszeiten pflegen, Neuigkeiten teilen und auf die eigene Website verlinken. Für ambulante Pflegedienste ohne eigenes Ladenlokal empfiehlt Google, die Adresse auszublenden und stattdessen das Servicegebiet einzutragen.

 

Denise Ni, SEO-Managerin bei Care Rockets, sieht in ihrer täglichen Arbeit, was das konkret bedeutet: „Pflegekräfte googeln ihren potenziellen Arbeitgeber, bevor sie sich bewerben. Was sie dort sehen, prägt ihren ersten Eindruck, noch bevor sie Ihre Website besuchen." (Recruiting-Fehler in der Pflege)

→ Ihr Google Unternehmensprofil als Recruiting-Tool in der Pflege (9 Tipps)

 

Social Media gezielt einsetzen

Durchschnittlich 1,5 Stunden täglich verbringen Deutsche auf Social Media. Bei der Generation Z, also den nach 1995 Geborenen, ist die Zahl deutlich höher und ersetzt zunehmend die klassische Google-Suche.

 

Für ambulante Pflegedienste gilt: Auch ohne regelmäßige Posts sollten Sie auf Facebook und Instagram zumindest mit einem vollständigen, aktuellen Profil präsent sein. Fridtjof Meyer-Glauner, Senior Social Media Manager bei Care Rockets, empfiehlt dabei Authentizität vor Hochglanz: „Spätestens bei Arbeitsantritt merken Arbeitnehmer:innen, ob Ihr Social-Media-Profil und die Realität zusammenpassen." Wer den Berufsalltag glaubhaft zeigt, überzeugt mehr als wer nur Betriebsausflüge postet.

 

Webseite und lokale SEO verbessern

Ihre Website ist die erste Anlaufstelle für alle, die mehr wissen wollen als ein Google-Profil zeigt. Angehörige lesen dort nach, bevor sie anrufen. Pflegekräfte schauen sich an, wie Sie als Arbeitgeber auftreten. Anders als auf Social-Media-Plattformen haben Sie hier die volle Kontrolle über Inhalt und Darstellung.

 

Wichtig: Ihre Website muss auf dem Smartphone funktionieren. Die meisten Suchanfragen nach Pflegediensten kommen über Mobilgeräte. Und: Tragen Sie Ihren Standort und Ihr Servicegebiet konsequent in Texte und Überschriften ein. Nicht nur „ambulanter Pflegedienst", sondern „ambulanter Pflegedienst [Stadtname]". Das ist der wichtigste Unterschied zwischen einem regional sichtbaren und einem unsichtbaren Pflegedienst.

Hier geht es zu unserem Ratgeber: SEO für ambulante Pflegedienste: Online sichtbar werden für Pflegekräfte und Angehörige

Tipp: Wenn Sie bisher keine eigene Website für Ihren Pflegedienst haben, empfehlen wir Ihnen umso mehr, sich zumindest ein kostenloses Unternehmensprofil auf Care Rockets anzulegen. Damit können Sie Ihren Pflegedienst auch online sichtbar machen, sich als Arbeitgeber vorstellen und kostenlose Stellenanzeigen veröffentlichen. Außerdem ist das Unternehmensprofil automatisch SEO-optimiert, wodurch das Googeln des Namens Ihres Pflegedienstes in der Google Suche auftaucht. Ihr kostenloses Unternehmensprofil können Sie hier erstellen

 

Stellenanzeigen für Google for Jobs optimieren

Bei Google for Jobs handelt es sich nicht um eine Stellenbörse, sondern um eine Darstellung von Stellenanzeigen aus verschiedene Quellen. Sie können folglich keine Stellenanzeigen direkt auf Google schalten. Vielmehr schickt Google sogenannte Crawler über bekannte Stellenportale oder Webseiten. Diese durchforsten das Internet, extrahieren die relevanten Informationen und geben sie anschließend direkt bei den Suchergebnissen in einer Box wieder.

Der Vorteil für Sie: Google for Jobs ist komplett kostenlos. Pflegekräfte, die über Google nach Jobs suchen (z. B. „Jobs Pflegefachkraft“), werden an prominenter Stelle auf Ihre Vakanzen aufmerksam. Daher ist wichtig, dass die Informationen in Ihrer Stellenanzeige vollständig sind. Geben Sie unbedingt einen konkreten Stellentitel, einen Standort sowie ein Veröffentlichungsdatum an.

 

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Beispielhafte Anzeige von Google for Jobs bei der Suchanfrage „Pflegefachkraft Job Köln“

Damit die Stellenanzeigen optimal von Google gefunden und dargestellt werden können, ist es ratsam, mit sogenannten strukturierten Daten zu arbeiten, welche Sie im HTML-Code hinterlegen.

→ Noch ein Tipp: Falls strukturierte Daten für Sie, wie böhmische Dörfer klingt, können Sie mit einem kostenlosen Unternehmensprofil Ihre Stellenanzeigen auch kostenfrei auf Care Rockets veröffentlichen. Die Stellenanzeigen auf unserer Plattform sind für Google for Jobs optimiert, sodass Sie mit den Stellenanzeigen auf Care Rockets auch über Google gefunden werden.

Tipp: Wie Sie erfolgreich Stellenanzeigen schreiben, erfahren Sie in unserem kostenlosen E-Book Die perfekte Stellenanzeige in der Pflege.

Arbeitgeberbewertungen

Im Internetzeitalter ist es einfach wie nie, sich Erfahrungswerte von anderen einzuholen. Ob Arbeitgeberbewertungen bei kununu oder Rezensionen bei Google – hier können sich Klient:innen, Angehörige und Pflegekräfte ein Bild von Ihnen machen. Daher gilt es, die Bewertungen auf externen Plattformen im Blick zu behalten.

 

Wir empfehlen Ihnen Folgendes:

  • Gehen Sie auf Bewertungen ein. Das bedeutet: Beziehen Sie bei kritischen Bewertungen Stellung und bedanken Sie sich bei positiven Bewertungen.
  • Antworten Sie nicht mit Standardtexten („Danke für deine Bewertung“), sondern nehmen Sie sich die Zeit, eine individuelle und wertschätzende Antwort zu verfassen.
  • Bitten Sie Ihre Mitarbeiterinnen oder Angehörige eine Bewertung zu verfassen. Wichtig dabei: Drängen Sie nicht und geben Sie auch keinen Text vor.
  • Nutzen Sie die Chance und lernen Sie aus dem Feedback in den Bewertungen.
Tipp: Mit unserer Care Rockets Arbeitgeber-Übersicht ermöglichen wir Pflegekräften, ihren Arbeitgeber anonym zu bewerten. Mittlerweile finden sich hier Bewertungen zu über 14.000 Arbeitgebern in der Pflege. Unser Care Rockets Attraktivitätsindex gibt an, wie beliebt dieser Arbeitgeber bei Pflegekräften ist. Der Algorithmus errechnet die Punktzahl aus neun Faktoren (unter anderem Bewertungen, Beliebtheit der Jobangebote, Verlässlichkeit des Arbeitgebers in Bewerbungsprozessen)

 

Google Ads, Newsletter und Remarketing

Bezahlte Google-Anzeigen erscheinen ganz oben in den Suchergebnissen. Kosten fallen nur an, wenn jemand klickt. Wie hoch diese sind, hängt davon ab, wie viele Pflegedienste in Ihrer Region ebenfalls Anzeigen schalten.

 

Google Ads können sinnvoll sein, wenn Sie kurzfristig mehr Klientenanfragen benötigen oder eine Stelle schnell besetzen müssen. Da die Einrichtung Fachkenntnis erfordert, entstehen in der Regel zusätzliche Kosten für externe Unterstützung.

 

Wer langfristig Sichtbarkeit aufbauen will, kann ergänzend mit einem Newsletter für bestehende Kontakte oder redaktionellem Content auf der eigenen Website arbeiten: Ratgeber-Artikel zu Themen wie „Pflegegeld beantragen" oder „Was zahlt die Pflegekasse?" erreichen Angehörige genau dann, wenn sie erstmals mit dem Thema Pflege in Berührung kommen.

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Offline-Maßnahmen, die sich wirklich lohnen

Pflegekräfte gewinnen Sie heute fast ausschließlich online. Bei der Klientengewinnung spielen Offline-Maßnahmen aber weiter eine Rolle, besonders in ländlichen Regionen und bei älteren Zielgruppen.

Werbeanzeigen in Printmedien

Großflächige Anzeigen in der Tageszeitung lohnen sich kaum noch. Gezielt eingesetzt funktioniert Printwerbung aber weiterhin: Gemeindeblätter, Vereinszeitungen oder lokale Stadtteilmagazine erreichen genau die Zielgruppe, die einen Pflegedienst in der Nähe sucht.

 

Eine unterschätzte Möglichkeit ist die redaktionelle Erwähnung. Lokale Medien berichten gerne über eine Neugründung, ein besonderes Pflegekonzept oder eine ungewöhnliche Initiative. Das kostet nichts und wirkt glaubwürdiger als eine bezahlte Anzeige.

Flyer, Broschüren und Co.

Flyer und Broschüren haben in Arztpraxen, Apotheken, Seniorenzentren und Tagespflegeeinrichtungen nach wie vor ihren Platz. Angehörige, die sich gerade erstmals mit dem Thema Pflege befassen, nehmen sie mit und lesen sie zu Hause in Ruhe durch. Für eine Neugründung kann ein einmaliger Briefkasteneinwurf im Einzugsgebiet sinnvoll sein. Tools wie Canva ermöglichen auch ohne Designerfahrung ansprechende Ergebnisse.

Außenwerbung

Plakate, Banner oder Buswerbung – mit Außenwerbung an strategisch günstigen Orten kann eine große Reichweite erzielt werden. Der Haken: Außenwerbung ist relativ teuer, zeitlich begrenzt und die Streuverluste hoch. Hier gilt es genau abzuwägen, ob die vergleichsweise hohen Kosten sich lohnen, was in der Regel nicht der Fall ist. Denn neue Mitarbeiter:innen erreichen Sie eher online.

Kleidung und Fahrzeuge

Einheitliche Dienstkleidung mit Ihrem Logo und beschriftete Fahrzeuge sind die kosteneffizienteste Dauerwerbung für ambulante Pflegedienste. Ihre Autos fahren täglich durch das Einzugsgebiet potenzieller Klient:innen und Pflegekräfte. Im Gegensatz zu einer Zeitungsanzeige sind beide Werbeträger über Jahre im Einsatz.

Mund-zu-Mund-Propaganda

Pflegekräfte, die gerne bei Ihnen arbeiten, empfehlen Sie weiter, oft ohne jede Prämie. Das setzt voraus, dass die Arbeitsbedingungen und das tägliche Miteinander stimmen. Recruiting und Mitarbeiterbindung bedingen sich gegenseitig: Wer seinen bestehenden Mitarbeitenden gegenüber fair und verlässlich auftritt, hat die beste Werbung, die es gibt.

 

Das gilt auch beim Absagen: Wenn Sie eine Anfrage ablehnen müssen, weil die Kapazität fehlt, empfehlen Sie trotzdem einen anderen Pflegedienst weiter. Wenn eine Bewerbung aktuell nicht passt, bleiben Sie wertschätzend und ggf. in Kontakt. Beides zahlt auf Ihren Ruf ein und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie weiterempfohlen werden.

Veranstaltungen und Kooperationen

Nachbarschaftsfeste, lokale Gesundheitsmessen oder ein Tag der offenen Tür machen potenzielle Klient:innen auf Sie aufmerksam und stärken Ihre Sichtbarkeit als Arbeitgeber. Kooperationen mit Schulen (z. B. der Boys Day) und Pflegeschulen sind ein langfristiger Hebel: Wer Schüler:innen ein gutes Praktikum bietet, bekommt Weiterempfehlungen, auch wenn aus der Praktikantin keine Mitarbeiterin wird.

Kontakt zu Arztpraxen, Krankenhäusern und Apotheken als Empfehlungsgeber pflegen

Den Aufbau des Netzwerks zu Arztpraxen, Kliniken, Apotheken und Sozialdiensten haben wir bereits im Abschnitt zur Klientengewinnung beschrieben. Als Offline-Maßnahme gilt: Besuchen Sie diese Stellen persönlich, lassen Sie Flyer da und stellen Sie sicher, dass Sie bei kurzfristigen Übernahmeanfragen erreichbar und reaktionsfähig sind.

Marketingplan für kleine und mittlere Pflegedienste

Die Grafik zeigt die Grundlogik: Wer die kostenlosen Maßnahmen aus Stufe 1 noch nicht umgesetzt hat, sollte dort anfangen und zwar heute. Google Unternehmensprofil, Care Rockets Profil, Bewertungen und Google for Jobs kosten nichts und sind in wenigen Stunden eingerichtet.

 

Stufe 4 – Google Ads und externer Content – lohnt sich erst, wenn die Grundlagen stehen. Wer dort anfängt, verbrennt Budget.

Stufengrafik: Marketing-Aufbau für ambulante Pflegedienste in vier Schritten – von kostenlosen Grundlagen wie Google Unternehmensprofil und Care Rockets bis zu bezahlten Maßnahmen wie Google Ads

 

Budget und Verantwortlichkeiten realistisch festlegen

Wer einen ambulanten Pflegedienst führt, hat selten Zeit für Marketing. Und meistens fehlt auch das Know-how für Google Ads, SEO-Strategien oder Social-Media-Kampagnen. Aber auch mit geringem Budget und ohne Fachkenntnisse, lassen sich wirksam Maßnahmen umsetzen.

 

Wichtiger als das Budget ist die Frage, wer bei Ihnen zuständig ist. Michael Ortmann, Head of Sales bei Care Rockets, sieht in Gesprächen mit Pflegeeinrichtungen immer wieder dasselbe Muster: „Die Pflegedienstleitung ist ohnehin schon voll ausgelastet und kümmert sich zwischendurch auch noch um Bewerbungen. Zwischen zwei Dienstplänen, nach dem nächsten Meeting, wenn gerade Zeit ist. Das Problem: Wenn gerade Zeit ist, ist meistens keine Zeit."

 

Reservieren Sie deshalb feste Zeit, auch wenn es nur 1 bis 2 Stunden pro Woche sind. Und fangen Sie mit dem an, was kostenlos ist und schnell geht:

 

  • Google Unternehmensprofil vollständig ausfüllen: Öffnungszeiten, Telefonnummer, Servicegebiet, Fotos. Das dauert einmalig eine Stunde und erhöht sofort Ihre Sichtbarkeit.
  • Care Rockets Unternehmensprofil anlegen: kostenlos, in unter 5 Minuten eingerichtet, über 60.000 registrierte Pflegekräfte. Sie können unbegrenzt Stellenanzeigen veröffentlichen und monatlich 5 Pflegekräfte direkt anschreiben, ohne Zahlungsdaten, ohne zeitliche Begrenzung. Wenn Sie aktiver rekrutieren wollen, gibt es Pakete ab 142 € im Monat mit beworbenen Stellenanzeigen und mehr Direktnachrichten (Preise ansehen).
  • Bewertungen einsammeln: Bitten Sie zufriedene Mitarbeitende und Angehörige aktiv darum. Das kostet nichts und wirkt mehr als jede Anzeige.

Google Ads oder externe Agenturen sind dann sinnvoll, wenn die Grundlagen stehen und Sie gezielt mehr Anfragen oder Bewerbungen benötigen. Ohne Fachkenntnisse ist das schwer umzusetzen: Wer hier investiert, sollte eine Fachperson einbinden.

 

Diese Kennzahlen sollten Sie monatlich im Blick haben

Drei einfache Fragen reichen für den Einstieg:

 

  1. Werden Sie gefunden? Schauen Sie einmal im Monat in Ihre Google Unternehmensprofil-Insights: Wie oft wurde Ihr Profil aufgerufen? Wie oft hat jemand auf die Telefonnummer geklickt?

  2. Woher kommen neue Anfragen und Bewerbungen? Fragen Sie jeden neuen Klienten und jede Bewerberin kurz: Wie haben Sie uns gefunden? Google, Empfehlung, Flyer oder Social Media? Diese eine Frage zeigt Ihnen nach ein paar Monaten, was wirklich funktioniert.

  3. Wie schnell reagieren Sie? Eine Bewerbung, die 48 Stunden unbeantwortet bleibt, ist in der Pflege oft verloren. Prüfen Sie, ob Anfragen zeitnah bearbeitet werden.

 

Wer seine Recruiting-Kosten tiefer analysieren will, findet im Ratgeber Recruiting-Kosten in der Pflege: richtig bewerten und senken eine detaillierte Aufschlüsselung.

Werbung für Pflegedienste: so fangen Sie heute an

Werbung für Pflegedienste muss zwei Ziele gleichzeitig erfüllen: Klient:innen gewinnen und Pflegekräfte ansprechen. In der Praxis steht Letzteres meist im Vordergrund, denn Pflegepersonal ist der eigentliche Engpass. Und Pflegekräfte erreichen Sie heute fast ausschließlich online.

 

Die wirksamsten Maßnahmen kosten dabei wenig oder gar nichts: ein vollständiges Google Unternehmensprofil, aktiv eingesammelte Bewertungen, Stellenanzeigen für Google for Jobs und eine mobiloptimierte Website. Wer diese Grundlagen konsequent umsetzt, ist bereits besser aufgestellt als viele Mitbewerber in der Region.

 

Bei Offline-Maßnahmen lohnt sich ein klarer Blick auf Kosten und Zielgruppe. Großflächige Außenwerbung oder Tageszeitungsanzeigen rechnen sich selten. Beschriftete Fahrzeuge und einheitliche Dienstkleidung hingegen wirken dauerhaft und ohne laufende Kosten: Sie sind jeden Tag im Einzugsgebiet unterwegs.

 

Werbung für Pflegedienste ist kein einmaliges Projekt. Was heute funktioniert, kann in sechs Monaten weniger wirksam sein. Fragen Sie neue Klient:innen und Bewerber:innen regelmäßig, wie sie auf Sie aufmerksam geworden sind. Diese eine Frage liefert mehr Klarheit als jedes Analyse-Tool.

 

Hier geht es zum kostenlosen Unternehmensprofil auf Care Rockets:

 

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FAQ: Fragen zu Werbung für die ambulante Pflege

Ja, ambulante Pflegedienste dürfen werben. Anders als etwa Ärzte oder Apotheken unterliegen sie keinem generellen Werbeverbot. Allerdings gelten auch hier die allgemeinen Regeln des Wettbewerbsrechts: Werbung muss wahrheitsgemäß, klar und nicht irreführend sein.

 

In der Praxis beanstandet die Wettbewerbszentrale vor allem zwei Fehler: das Verwenden veralteter Qualitätsnoten in der Werbung sowie marktschreierische Aussagen wie „der beste Pflegedienst der Region", die sich nicht belegen lassen. Wer mit MDK-Prüfergebnissen wirbt, muss sicherstellen, dass die genannten Noten noch aktuell sind (Wettbewerbszentrale).

 

Ein weiterer Punkt: Für die Nutzung von Patientenfotos oder -referenzen in der Werbung brauchen Sie immer eine ausdrückliche, schriftliche Einwilligung der betroffenen Person.

 

Neue Klienten kommen vor allem über drei Kanäle: Google-Suche, Empfehlungen durch Multiplikatoren wie Arztpraxen und Sozialdienste sowie Weiterempfehlungen bestehender Klient:innen. Der schnellste Hebel ist ein vollständiges Google Unternehmensprofil mit aktuellen Bewertungen: Angehörige suchen unter Zeitdruck und entscheiden sich meist für einen der ersten sichtbaren Anbieter.

Angehörige suchen oft über Google, häufig mit Anfragen wie „Pflegedienst [Stadtname]". Google zeigt dabei eine Karte mit lokalen Anbietern, Bewertungen und Telefonnummer: Wer dort nicht erscheint, wird in der Entscheidung meist gar nicht berücksichtigt. Neben Google spielen Empfehlungen durch Hausarztpraxen, Kliniksozialdienste und Apotheken eine wichtige Rolle.

Wechselwillige Pflegekräfte sprechen Sie an, indem Sie den Recruitingprozess umdrehen. Statt auf Bewerbungen zu warten, gehen Sie aktiv auf Pflegekräfte zu. Auf Care Rockets können Sie wechselwillige Pflegekräfte in Ihrer Region direkt per Nachricht ansprechen, noch bevor diese eine Stellenanzeige gesehen haben. Daneben zahlt sich aktives

Empfehlungsmanagement aus: Mitarbeitende, die gerne bei Ihnen arbeiten, empfehlen Sie weiter.

Die wirksamsten Maßnahmen sind kostenlos: Google Unternehmensprofil, Care Rockets Profil mit unbegrenzten Stellenanzeigen und Google for Jobs kosten nichts. Für aktives Recruiting über Care Rockets gibt es Pakete ab 142 Euro im Monat (Preise ansehen). Bezahlte Google-Anzeigen erfordern Fachkenntnisse und sollten erst angegangen werden, wenn die kostenlosen Grundlagen stehen.

Für Employer Branding ja: Wer authentische Einblicke in den Arbeitsalltag zeigt, erreicht wechselwillige Pflegekräfte, die ihren potenziellen Arbeitgeber vor einer Bewerbung online recherchieren. Für die Klientengewinnung ist Social Media dagegen weniger wirksam als ein gepflegtes Google Unternehmensprofil. Als Faustregel gilt: Google Unternehmensprofil und Bewertungen zuerst, dann Website, dann Social Media.